Tipps gegen Lampenfieber: Mit Toastmasters & Coaching zum Redner

Lampenfieber: Mehr Spaß beim Reden

Meine Hände waren feucht, mein Hals trocken und ich zitterte leicht. So ging es mir, wenn ich vor 30 Kommilitonen ein Referat halten musste. Ich hab mich dem Schreiben nicht nur zugewandt, weil es mein Traumberuf war, sondern auch, weil ich glaubte, so dem Reden vor Menschen zu entgehen. Das war ein Trugschluss. Als ich im Beruf vor 140 Leuten sprechen musste, wusste ich: Ich will das ändern.

 

Ich stehe in einer Kapelle, 30, 40 Menschen sitzen vor mir. Es ist ein trauriger Anlass, ein sehr trauriger. Aber ich fühle mich wohl, wo ich bin und mit dem, was ich jetzt tun werde. Ich beginne zu sprechen und meine Stimme füllt den Raum.

 

Es war ein langer Weg, bis ich vor Menschen stehen und frei sprechen konnte. Frei in dem Sinne, dass ich keine Notizen brauchte, und frei in dem Sinne, dass ich mich wohl fühlte.

 

Statt Lampenfieber – Menschen begeistern

Zugegeben: Das Lampenfieber ist immer noch da. Aber es ist so viel kleiner geworden. Manchmal kommt es wieder stärker zurück. Und manchmal ist es ganz verschwunden. Wichtig ist für mich zu wissen, dass ich vor Menschen reden kann. Mehr noch: Dass ich Menschen berühren, bewegen und begeistern kann. Allein mit dem, was ich sage. Oder mit dem „wie“ ich etwas sage, was mindestens genauso wichtig ist.

 

2 Wege vom Lampenfieber zum Redemut

Ich bin zwei Wege gegangen, um Sprechmut zu finden. Beide kann ich dir ans Herz legen, wenn du dein Lampenfieber überwinden willst. Der erste Baustein ist meines Erachtens unerlässlich, der zweite angesagt, wenn es um echte Redeangst geht. Richtig stark sind beide Methoden, wenn du sie kombinierst:

  • üben, üben, üben: regelmäßig reden trainieren – z.B. bei den Toastmasters
  • da muss der Fachmann ran: lass dich beraten und/oder coachen

 

Einfach mehr üben? Es kommt auf die Umgebung an

Üben ist wichtig. Erst wenn wir Vorgänge oft genug wiederholen, verankern wir diese langfristig im Gehirn. Es ist wie ein Trampelpfad: Je häufiger wir ihn gehen, desto breiter und vertrauter wird er uns. Aber sobald Stress oder Angst ins Spiel kommt, fällt uns Lernen sehr viel schwieriger.

 

„Übung macht den Meister“ und ähnliche Sprüche sind vielleicht gut gemeint, aber nicht hilfreich, wenn du echte Redeangst hast. Dann hilft es nämlich nichts, wenn du zitternd Präsentationen vor den Kollegen hälst, die sich im schlimmsten Fall über dich lustig machen. Das einzige, was du dabei lernst: Dass du es eben nicht kannst. Das ist keine Hilfe, höchstens Folter.

Reden üben geht nur in freundlicher Atmosphäre, Stress ist Gift fürs Lernen. Klick um zu Tweeten

Damit das Wiederholen überhaupt einen Sinn macht, das Lernen also funktioniert, braucht es eine besondere Umgebung – und zwar ohne jeden Stress. Mehr noch: Am besten eine freundliche Atmosphäre, in der du wohlwollend begleitet und unterstützt wirst. Wie in einem Kinderzimmer, in dem sich ein Kind auf der einen Seite sicher und geborgen durch die Eltern fühlt, und auf der anderen Seite alles tun und ausprobieren kann, was es möchte. So ein Kinderzimmer gibt es – und es heißt Toastmasters.

 

Tipp gegen Lampenfieber: Toastmasters

Toastmasters ist eine effektive und kostengünstige Möglichkeit, dein Lampenfieber zu bekämpfen und deine Rhetorik zu schulen.

 

Toastmasters: Üben, üben und üben

Jede Woche zwei Stunden vor Menschen sprechen. Reden hören, Reden bewerten und natürlich selbst Reden halten. Vor und mit einer Gruppe von Gleichgesinnten, die dich freundlich aufnehmen und verständig begleiten. Menschen, die mit dir auf dem Weg sind. Das ist Toastmasters für mich.

 

Toastmasters ist eine weltweite Bewegung, die Menschen hilft Rhetorik zu lernen. Genaugenommen geht es um mehr und zwar um persönliche Entwicklung und Menschenführung (Leadership). Aber: Die meisten kommen zu einem Toastmasters Club, um an ihren Redefähigkeiten zu arbeiten. Und das ist, meiner Erfahrung nach, ein wundervoller Ort, um dies zu tun.

 

Besser als jedes Rhetorik-Seminar

Die Toastmasters Abende sind besonders: Sie sind sehr durchstrukturiert, so sind auf dem Programm die Zeiten in Minutenabständen eingetragen. Die Reden sind kurz und auf den Punkt. Für vorbereitete Reden haben die Redner in der Regel zwischen fünf und sieben Minuten Zeit, für Stegreifreden eine bis anderthalb Minuten. Und es wird viel geklatscht. Nach jedem Auftritt, egal ob du gezittert, gestottert oder einen Blackout hattest. Du bekommst Applaus – immer.

Du bekommst Applaus – immer: So lernst du bei Toastmasters Reden zu halten. Klick um zu Tweeten

Der Applaus ist Teil der Feedback-Kultur bei Toastmasters. Du bekommst an vielen Stellen Feedback und übst selbst Feedback zu geben. Jede Rede wird von jemandem bewertet, der dazu natürlich auf die Bühne steigt – und eine Rede hält. Mentoren belgeiten, beraten und ermutigen dich.

Und das Beste: Es ist so kostbar und kostet so wenig. Der Monatsbeitrag liegt meistens unter zehn Euro.

 

Tipp gegen Lampenfieber: Coaching

Coaching unterstützt dich, wenn du dein Verhalten zu ändern willst – wie mehr Mut für Vorträge und Präsentationen zu finden.

 

Coaching für mehr Redemut

Du willst deinen Weg zum Redner beschleunigen? Dann such dir zusätzliche fachliche Unterstützung. Ein Trainer für Stimme und Körpersprache macht dich fit in der Technik. Und wenn du eine Turbo-Beschleuniger brauchst, dann nimm gleich jemanden, der auch Coaching anbietet. Die Kombination von innere Haltung und Sprechtechnik ist sehr wirksam.

 

Vor allem wenn die Redeangst sehr, sehr groß ist, kann ein Coach oder Therapeut eine großartige Hilfe sein.

 

Reden und Content Marketing

Was hat das Ganze mit Content Marketing zu tun? Eine ganze Menge möchte ich meinen. Denn Reden zu halten ist meines Erachtens ein wichtiger Teil von Content Marketing. Content Marketing ist mehr als Online Marketing. Es schließt alle Formen der Inhaltsvermittlung ein. Das heißt auch und gerade mündliche Informationen.

 

Ob beim Kunden oder auf einem Kongress, das Sprechen vor Menschen ist und bleibt wichtig. Daran ändert auch die Digitale Transformation nichts – ganz im Gegenteil, jetzt ist plötzlich Sprechen in einem Webinar, einem Video oder einem Podcast gefragt.

Online-Kommunikation hin oder her – Sprecher sind gefragt. Klick um zu Tweeten

Wir leben in einer Wissensgesellschaft und viele Informationen sind textbasiert. Noch nie in der Menschheitsgeschichte stand uns eine solche Menge an Wissen in Schriftform zur Verfügung. Dennoch: Ein vorgetragener Text überzeugt ganz anders als ein geschriebener Text. Hier wirkt der ganze Mensch.

 

Blogparade Lampenfieber und Prüfungsangst

Dieser Artikel ist Teil der Blogparade “Lampenfieber und Prüfungsangst” der LVQ.

Alle Artikel der Blogparade sind in dem E-Book #LampenFieberTipps zusammengefasst, das kostenlos auf LVQ-Seite abgerufen werden kann.

Link-Tipps

Toastmasters: Finde einen Club in deiner Nähe:

https://www.toastmasters.org/Find-a-Club

Bei Fragen zu meinen Erfahrungen mit Toastmasters oder Coaching kannst du dich gerne an mich wenden.

In Sachen Reden, Stimme und Auftritt kann ich noch zwei Coaches empfehlen:

Thomas Friebe (Köln): http://coach-friebe.de

Katharina Padleschat (Düsseldorf): www.rausmitdersprache.com

Christopher End

Ich unterstütze Unternehmen dabei, Content Marketing einzuführen, spannende Geschichten zu finden und zu erzählen – sei es online, print oder in Social Media.