Lean Content Marketing: Warum du unbedingt schlank starten solltest


Strategie, Strategie, Strategie – Erfolg gibt es im Content Marketing nur mit Strategie. Dieses Mantra wiederholt die Szene gebetsmühlenartig. Leider haben manche Kunden weder Lust, Zeit noch Geld für langwierige Strategieprozesse. Sie wollen loslegen und Erfolge sehen. Das Gute: Mit Erkenntnissen aus dem Lean-Startup-Prozess beschleunigst du auch dein Content Marketing.

Das Lean-Startup-Konzept wirft die bisherigen Gründungsmethoden über den Haufen. Statt erst lange an einen Business-Plan zu feilen und die Produkte hinter verschlossenen Türen bis zur Serienreife zu entwickeln, sollen Gründer ihre Ideen so schnell wie möglich im Markt testen. Was den Kunden gefällt, fließt direkt in den nächsten Entwicklungsschritt ein. Haben die Gründer ihr Produkt verbessert, testen sie erneut. So entsteht ein stetiger Kreislauf aus Testen, Messen und Verbessern. Ziel ist es, Produkte schneller und effizienter zu entwickeln und sie direkt auszuprobieren.

Vom Startup zum Content Marketing

Lean Startup geht auf Steve Blank zurück, der seine Erkenntnisse aus eigenen Unternehmensgründungen an US-amerikanischen Universitäten lehrte. Er stellte fest, dass Startups anders als große Unternehmen arbeiten: „Einer der kritischen Unterschiede ist, dass bestehende Firmen ein Geschäftsmodell umsetzen, während Startups (noch) nach einem suchen“ (aus Artikel im HBR). Einen weiteren wichtigen Baustein für die Lean-Startup-Methode entwickelten Alexander Osterwalder und Yves Pigneur: Das Business Model Canva ist ein Business-Plan, der auf einer Seite Platz findet (Das Buch dazu heißt Business Model Generation). Eric Ries, ein Schüler von Steve Blank, fasste die Methode schließlich in seinem Buch „Lean Startup: Schnell, risikolos und erfolgreich Unternehmen gründen“ zusammen. Und Garrett Moon übertrug das Lean-Startup-Konzept auf das Content Marketing – ein Ansatz, der sich lohnt.

Die Feedback-Schleife im Lean Startup

Die Feedback-Schleife im Lean Startup umfasst die Schritte: Produkt bauen, Erfolg messen und lernen, das heißt die Idee anpassen. (Foto & Grafik: Christopher End | Idee & Konzept: Eric Reis)

 

4 Gründe für Lean Content Marketing

  1. Im Hier und Jetzt
    Umfassende Content Strategien haben wie Business-Pläne, die weit in die Zukunft weisen, einen entscheidenden Nachteil: Sie sind ein Blick in die Kristallkugel. Wir wissen schlicht und einfach nicht, was morgen passiert. Sinnvoller ist es zu wissen, was heute funktioniert. Auch Lean Content Marketing beginnt mit einer Strategie, aber sie bezieht sich mehr auf das Hier und Jetzt. Vor allem aber – und damit kommen wir zum nächsten Punkt: Sie ist schnell zu entwickeln.
  2. Ist Schnell
    Lean Content Marketing kommt wie gesagt schnell in die Gänge. Der Strategie-Teil schrumpft auf das Nötigste. Annahmen und Theorien testen wir direkt: Der kurze Blogpost läuft gut, das Whitepaper zum gleichen Thema lädt kein Mensch runter? Okay, dann bringen wir zu diesem Thema lieber kurze Inhalte.
  3. Spart Kosten
    Themen und Inhalte schnell auszuprobieren spart nicht nur Zeit, sondern auch Kosten. So wird Zeit und Energie frei, Inhalte zu produzieren, zu messen und zu verbessern. Erfolg zu messen und zu bewerten ist ein Dreh- und Angelpunkt im Lean Content Marketing.
  4. Verbessert sich stetig
    Durch den konstanten Kreislauf aus Versuch und Irrtum verbessert sich laufend die Qualität und Ausrichtung des Content Marketings. Dabei passen wir immer auch die Strategie an, mal stärker, mal weniger stark. Durch das kontinuierliche Nachziehen der Stellschrauben bleibt die Strategie auf der Höhe der Zeit.

 

Der Kreislauf des Lean Content Marketing

Am Anfang war das Licht sprich die Idee für neuen Content. Ausgehend von dieser Idee entwickele ich einen ersten Beitrag, zum Beispiel diesen Blogpost. Die Aufgabe lautet, diesen Content schnell und auf den Punkt zu erstellen und zu veröffentlichen. Im zweiten Schritt beobachte ich und messe das Ergebnis: Wie gut kam der Blogpost an? Was ich so herausfinde, bewerte ich nun im dritten Schritt. Die Frage lautet schlicht und einfach: Was kann ich besser machen? Und wie? Die Erkenntnisse, die ich so gewinne, fließen nun im nächsten Durchgang in meinen zweiten Blogpost ein. Durch diese Learning by doing kreise ich mehr und mehr die für mich optimale Vorgehensweise ein.

Die Feedback-Schleife im Lean Content Marketing

Im Lean Content Marketing umfasst die Feedback-Schleife die Schritte Content erschaffen, KPIs messen und lernen (Idee anpassen). (Foto & Grafik: Christopher End | Idee: Garrett Moon)

 

Und wie geht es weiter?

In einem der nächsten Blogpost zeige ich dir, wie du mit dem Business Model Canvas deine Lean Content Strategie aufsetzt.

PS: Ich freue mich über Rückmeldungen, Kritik und Lob. Gerne hier als Kommentar, per E-Mail, über Twitter oder – sogar mündlich.

Christopher End

Ich unterstütze Unternehmen dabei, Content Marketing einzuführen, spannende Geschichten zu finden und zu erzählen – sei es online, print oder in Social Media.